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Pressemitteilung der Bundesärztekammer

Fehler vermeiden, Ursachen erforschen

Bundesärztekammer stellt Behandlungsfehler-Statistik 2008 vor

Berlin, 11.06.2009

Die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen bei den Ärztekammern haben im Jahr 2008 insgesamt 7.133 Anträge zu mutmaßlichen Behandlungsfehlern bearbeitet. In 29 Prozent der Fälle lag ein Behandlungsfehler oder Risikoaufklärungsmangel vor. Davon konnte in 1.695 der Fälle ein Behandlungsfehler als Ursache für einen Gesundheitsschaden ermittelt werden, der einen Anspruch des Patienten auf Entschädigung begründete. Das geht aus der heute veröffentlichten „Statistischen Erhebung der Gutachter­kommissionen und Schlichtungsstellen für das Statistikjahr 2008“ hervor.

Insgesamt 10.967 Begutachtungsanträge gingen im vergangenen Jahr bei den Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen ein; 535 mehr als im Jahr 2007 (+5,1%). Die häufigsten Diagnosen, die zu Behandlungsfehlervorwürfen führten, waren Hüft- und Knie­gelenkarthrosen.

„Wir wollen mit der Behandlungsfehlerstatistik transparent machen, wo es Fehlerhäufigkeiten gibt und welche Ursachen sich dahinter verbergen“, erklärte Dr. Andreas Crusius, Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen. Durch eine zielgerichtete Auswertung der Ergebnisse sei der erste Schritt zur Fehlervermeidung bereits getan.

Die seit 1975 bei den Ärztekammern eingerichteten Gutachter­kommissionen und Schlichtungsstellen für Arzthaftungs­streitigkeiten bieten eine Begutachtung durch unabhängige Experten und außergerichtliche Streitschlichtung bei Behandlungs­fehlervorwürfen an. Der Patient kann durch ein effizientes und gebührenfreies Verfahren überprüfen lassen, ob sein Behandlungsfehlervorwurf gerechtfertigt ist. In ca. 90 Prozent der Fälle werden die Entscheidungen der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen von beiden Parteien akzeptiert und die Streitigkeiten beigelegt. Wird nach Begutachtung durch die Gütestellen doch noch der Rechtsweg beschritten, werden die Gutachten der Kommissionen überwiegend bestätigt.

Gut ein Viertel aller vermuteten Arzthaftungsfälle werden durch die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen bewertet. Seit 2006 werden die Daten mit Hilfe des Medical Error Reporting Systems (MERS) EDV-gestützt einheitlich erfasst und in einer Bundesstatistik zusammengeführt. Die Statistik gibt u.a. Aufschluss darüber, bei welchen Diagnosen und Therapie­maßnahmen Behandlungsfehler vermutet wurden und welche Fachgebiete betroffen waren. Ziel der Statistik ist es, Fehler­häufigkeiten zu erkennen und Fehlerursachen auszuwerten, um sie für die Fortbildung und Qualitätssicherung zu nutzen.

Statement von Dr. Andreas Crusius, Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen (442,72 KB)

Fehlerursache bei der Implantation von Hüftendoprothesen (457,65 KB)
Statement von Frau PD Dr. Renée Fuhrmann, Klinik für Orthopädie am Waldkrankenhaus "Rudolf Elle" in Eisenberg/Thüringen

Statistische Erhebung 2008 - zusammenfassende Darstellung(657,19 KB)

Gesamtstatistik der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen bei den Ärztekammern für das Jahr 2008 (326,24 KB)
Inkl. Übersicht der häufigsten fehlbehandelten Krankheiten 2008 

Broschüre "Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen bei den Ärztekammern - Ein Wegweiser" (324,76 KB)
Mai 2009

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