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Pressemitteilung der Bundesärztekammer

Tag der Organspende: Aufklärung wirkt

Hoppe: EU darf Kompetenzen nicht überschreiten

Berlin, 05.06.2009

Gegen eine EU-weite Harmonisierung der Transplantationsgesetzgebung hat sich die Bundesärztekammer gewandt. „Der Richtlinienentwurf der Europäischen Kommission für eine behördenlastige, europaweite Regelung zur Qualitätssicherung der Organtransplantation ist vielleicht gut gemeint, aber eine Überschätzung der eigenen, im EG-Vertrag geregelten Kompetenzen. Es ist zu befürchten, dass damit in Deutschland die eingespielten Strukturen der Selbstverwaltung und damit ein gut funktionierendes transplantationsmedizinisches System sowie die beteiligten Institutionen in Frage gestellt werden“, sagte Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Jörg Dietrich Hoppe anlässlich des morgigen Tages der Organspende. Vordringlich sei es, innerhalb der EU eine vergleichbare transplantations­medizinische Versorgung zu gewährleisten.

Der Ärztepräsident warb eindringlich für eine verstärkte Aufklärung über die Chancen der Organspende. „Jeder von uns kann in die Situation geraten, auf eine Organspende angewiesen zu sein. Deshalb ist es wichtig, sich mit diesem Thema zu beschäftigen - auch wenn es eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod bedeutet“, erklärte Hoppe. Ärztinnen und Ärzte unterstützen nachdrücklich die Aufklärungsarbeit in Deutschland, indem sie Fragen rund um das Thema Organspende beantworten und Informationen zur Verfügung stellen.

Umfragen belegen, dass die generelle Bereitschaft in der Bevölkerung zur Organspende hoch ist. Der Anteil derjenigen, die tatsächlich einen Organspendeausweis bei sich tragen, ist im Vergleich zu 2001 von zwölf auf aktuell 17 Prozent gestiegen. „Diese positive Entwicklung zeigt, dass Aufklärung wirkt“, lobte Hoppe die Informationskampagnen der vergangenen Jahre. „Aber das reicht noch nicht. Es warten etwa 12.000 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan. Lange Wartezeiten bedeuten eine Einschränkung im Alltag und eine verringerte Lebensqualität. Deshalb müssen wir noch mehr tun, um die Bevölkerung für dieses lebenswichtige Thema zu sensibilisieren und dabei gegebenenfalls auch neue Wege beschreiten." So könnten zum Beispiel Aufklärungsinhalte vermehrt in den Schulunterricht integriert und dadurch über Jugendliche in die Gesellschaft getragen werden.

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