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Curriculum EbM - Ärztlicher Fortbildungskatalog Evidenzbasierte Medizin

2. Auflage 2005

Stand 15.9.2005

Herausgeber:

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (DNEbM e.V.)
und
Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (äzq)

im Auftrag von:
Bundesärztekammer (BÄK)
Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)

Curriculum EbM - Ärztlicher Fortbildungskatalog Evidenzbasierte Medizin [PDF]  

Vorwort

Der Beruf des Arztes ist in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes: Wohl bei keiner anderen Tätigkeit ist der Kontakt zu den Mitmenschen so nahe. Gleichzeitig trägt der Arzt eine hohe Verantwortung für die sich ihm anvertrauenden Patienten. Mindestens drei Eigenschaften sollte mitbringen, wer sich der Betreuung von Patienten widmet:

Die erste ist das Erkennen der Probleme, die für den Patienten im Vordergrund stehen. Dies betrifft die Verlängerung seines Lebens, die Verbesserung seiner Lebensqualität und das Vermeiden von Komplikationen im Zusammenhang mit bereits aufgetretenen Krankheiten.

Die zweite Eigenschaft ist die Fähigkeit des Arztes, sich über seine Stärken und Schwächen Rechenschaft ablegen zu können und an seiner lebenslangen Fortbildung und Weiterentwicklung zu arbeiten.

Die dritte Eigenschaft ist die der Beurteilung des tatsächlichen wissenschaftlichen Fortschrittes und des aktuellen Standes der Medizin. Dies ist angesichts einer wahren Informationsflut an wissenschaftlichen Arbeiten und zum Teil bemerkenswerten methodischen Schwächen vieler wissenschaftlicher medizinischer Literatur notwendiger denn je.

Die Antwort auf diese Herausforderungen fließt in dem Begriff Evidenzbasierte Medizin zusammen. Diese beinhaltet die explizite und angemessene Berücksichtigung der drei soeben erwähnten Ebenen, nämlich die Ebene der Patientenperspektive, die Ebene des individuellen Arztes und die eigenständige Beurteilung des aktuellen Standes der Wissenschaft.

Die Technik der Evidenzbasierten Medizin lehrt den Arzt, anhand der für den individuellen Patienten zentralen Fragen eine schnelle und umfassende Recherche der medizinischen Literatur durchzuführen, kritisch zu bewerten und die relevanten Informationen mit hoher Objektivität herauszufiltern, die für ihn und seine Patientenversorgung wesentlich sind. Ärztliches Handeln wird nachvollziehbar und begründbar. Die Akzeptanz der ärztlichen Entscheidung und die Glaubwürdigkeit des Arztes nehmen zu.

Damit entspricht die Evidenzbasierte Medizin einer Wiederentdeckung primärer ärztlicher Tugenden mit dem Ziel der Förderung einer optimalen, hochwertigen und humanen Medizin.

Das vorliegende Curriculum gibt die methodische Grundlage, Evidenzbasierte Medizin systematisch und strukturiert zu lehren und zu lernen. Die Kursteile bauen im Schwierigkeitsgrad aufeinander auf und bieten die Möglichkeit, unterschiedliche Schwerpunkte zu setzen.

Das Curriculum versteht sich als lernendes Produkt. Bitte zögern Sie nicht, Ihre Kritik und Ihre Anregungen zur Fortentwicklung dieses Curriculums an die Herausgeber zu übermitteln.

Wir bedanken uns bei den Aktiven im Expertenkreis für ihr Engagement, das stringente Vorgehen und die Freude und die intellektuelle Bereicherung durch zahlreiche Gespräche bei der Erstellung des Curriculums. Wir wünschen diese Erfahrungen allen Anwesenden, Teilnehmern und EbM-Praktizierenden.

Prof. Dr. med. Jürgen Windeler
(Vorsitzender des DNEbM e.V.)

Dr. med. Günther Jonitz
(Präsident der Ärztekammer Berlin,
Vorsitzender der Qualitätssicherungsgremien der Bundesärztekammer)

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